Ich oder Du / nein / Du oder Ich

December 09, 2017 - Willi Magel
Das schlimmste Vergessen-
Vergessen oder nicht vergessen?
Der falsche Tag ist schlimmer als gar kein Tag!
Den ganzen Tag lebte ich im Irrtum. Nicht dass ich den 10. für
den 9. hielt, nein, ich war in dem Wahn, dein Geburtstag sei am 10. und das, obwohl ich Dutzende Male die Kombination des Datums geschrieben hatte.

Was nun? Kann ich noch was tun, wo ich schon so viel getan hatte, das irrwitzige Leiden hervorgerufen hatte, so etwa die haxenlose Zeit und die Welt ohne Liebe zu regelmäßigem Possmann ...

Grauenhafte Visionen, deren hohe Kraft der Vorstellung kaum durch die Realität übertroffen werden kann.

So wurde durch reine Suggestion eine Welt erschaffen, deren Gehalt an Wahrheit den an Möglichkeiten bei weitem nicht nur übertraf, sondern viele Welten herbeirief.
Dies war die Erschaffung unendlicher Freiheit und die Erfindung des Abenteuers.

Und wieder Gedanken an den Tag

October 30, 2017 - Willi Magel
Die Operation habe ich gestern noch geschafft, auch die Schläuche im Rücken für die Drainage überstehe ich, mit Schmerzen und etwas frischer Luft und aufrechtem Sitzen.
Was mir aber die Nerven raubt, ist der Gedanke an 4 1/2 Stunden Dialyse im Liegen, mit Schläuchen im Rücken, die bei jeder Bewegung brennen und am Ende von gefühlten 5 Stunden immer mehr in die Haut des Rückens einbrennen, jede Minute ohne Unterhaltung wird zur Qual, in der jede Ablenkung willkommen und erfrischend ist.
Niemand kann das nachvollziehen.
Zum Glück habe ich jetzt vor mir ein deftiges Frühstück aus frischen Brötchen, heißem Kaffee mit Sahne, Butter, Käse und Marmelade, von mir vervollständigt mit einer knackigen Cabanossi.
Dieses Frühstück ist in der Lage, auch den kleinlichsten Geist mit dem kommenden Tag zu versöhnen, und dies tut er auch.
Deshalb wird auch dieser Tag mit guten Gedanken begonnen.

Mantel und Schwert

October 16, 2017 - Willi Magel
Mit goldigem Schwung ziehe ich dem Waran die Peitsche zwischen den empfindlichen Nüstern entlang. Unwillig reagiert die launige Eidechse auf die Ermunterung, setzt sich aber schließlich doch in Bewegung, um die Schlitten, voll mit schweren Metfässern beladen, in Richtung der ursprünglich feindlichen Festung zu ziehen.
Seufzend gedachte ich der Zeiten, als unsere jetzigen Lehensherren noch die Gegner der hiesigen Drachenburg waren.
Doch was war geschehen?
In einer nebellosen Vollmondnacht hatten die skrupellosen Säuger mit Hilfe ihrer Vasallen, der unsichtbaren Fledermäuse, die Drachenburg lautlos überfallen und sämtliche Drachen, Warane und Wyvern mit Ultraschallpfeifen in Trance versetzt, wohl wissend, dass dies deren Achillesferse darstellte.
Innerhalb weniger Stunden hatten die Machtverhältnisse auf Fonderfels radikal und absolut gewechselt.
Nie mehr wieder sollte man das gemütliche Wiehern der Drachen im Metrausch vernehmen.

Interessant

October 15, 2017 - Willi Magel
Ich nehme den Höhrer ab:
Eine sonore, nicht mal unsympathischer Männerstimme sagt, ohne abzuwarten, wer sich meldet: "Ich möchte, dass Sie den Computer zurücknehmen."
Ich bin etwas verdutzt.
"Den Computer, den ich bei EBay gekauft habe. Ist doch keine große Sache. nehmen Sie ihn einfach zurück."
Ich: "Wissen Sie, wo sie hier sind?"
"Das ist egal. Nehmen Sie den Computer zurück. Andernfalls schicke ich ihn per Post."
"Dies ist ein Krankenzimmer in einer Unfallklinik ..."
"Gut, ich schicke ihn per Post!"
Ich legte auf.

Spaziergang in meiner Stadt

October 01, 2017 - Willi Magel
Eines Tages sagt Fennek, meine Katze zu mir:
"Lass uns doch mal beide die Gegend ansehen!"
Ich bin sehr überrascht, denn sie ist bis dahin immer eine reine Wohnungskatze gewesen.
Nun gut, denke ich, gehen wir mal darauf ein.
Ich schnappe mir also ihren Katzentragebehälter und ihr Lieblingsspielzeug, aber Fennek meint nur: "Bist du irre? Bin doch kein Kätzchen mehr! Benimm dich gefälligst!"
Ich nehme mich zusammen.
Mit der nunmehr erwachsenen Katze auf dem Arm verlasse ich das Haus, wobei Fennek es nicht bleiben lassen kann, mit den Aufzugsknöpfen zu spielen.
Auf der Straße kommentiert sie alles ganz cool, aber ich merke, wie aufgeregt sie aus ihrer Schachtel herausschaut.
Als wir später zurück in der Wohnung sind, zittert Fennek noch stundenlang.
Sie ist halt doch mit den Gräueln der Außenwelt nicht vertraut.

Ein Pimp unterwegs

September 26, 2017 - Willi Magel
Grinsend und mit vollen Taschen ging der Pimp zur Stadt, um seine Kröten auf den Kopf zu hauen.
Schon bei der zweiten Straßenecke fand er, was er suchte: ein kleiner Rummelplatz, voll mit kleinen Imbissbuden und Ständen mit Naschwaren.

Letztere boten solche Köstlichkeiten feil wie Zuckerwatte, Schaumwaffeln und Lebkuchenherzen.
Selbst längst verbotene Dinge wie Negerküsse, Magenbrot und anderes waren zu kriegen.

Der Pimp schlug zu: zuerst einige Kartoffelpuffer mir Apfelmus, die er mit einer eiskalten Fanta herunterspülte. Zum Nierenspieß und der nachfolgenden doppelten Bratcurry mit Pommfritz brauchte er nichts zu trinken, er wollte nicht zu früh voll sein.
Anschließend gönnte er sich am Hessenstand einen Handkäse mit Bauernbrot und Butter und eine Portion grüne Soße mit Rindfleisch und Salzkartoffeln, bevor er zu den Süsswaren überging.

Doch, gerade als er anfangen wollte, ging ein fürchterlicher Radau los. Mehrere Hundertschaften mit gefüllten Bierkrügen bewaffneten Lederhosenwandalen stürmten den kleinen Rummelplatz, grölten populistische Parolen und zerschmettern sofort jede Gemütlichkeit.
Traurig ging der Pimp nach Hause, immer noch mit einem Hungergefühl im Magen.

Gedanken 1

September 24, 2017 - Willi Magel
Flanieren über den Wilhelmsplatz, das möchte ich jetzt.
In der Brasserie einen Apfelstrudel mit meinen guten Freunden Georg, Ulrich und Jan essen, das wäre schön.
Es dürfte auch etwas Vanilleeis und ein Cappuccino dabei sein.
Freunde, ich liebe euch, aber das alles wäre auch dann schön genug für mich, wenn ich alleine dort wäre, nur weg aus diesem verdammten, widerlichen Krankenhaus, wieder normal laufen, stehen und sitzen können und weitab von allen Hinderungsgründen.
Man kann doch träumen!

Uniformierte

September 23, 2017 - Willi Magel
Es ist nicht alles Gold, was glänzt;
der kleine Karl die Schule schwänzt
und trällert fröhlich vor sich hin;
Panzerknacker nur im Sinn.

Gold und Silber lieb ich sehr,
kann's auch gut gebrauchen,
hätt' ich nur ein ganzes Meer,
mich hineinzutauchen.

Dieses und noch vieles mehr
von den Talerdieben
singt der kleine Karl daher,
die wir all' so lieben.

Waldrausch

September 23, 2017 - Willi Magel
Es rammelt der Rehbock im finsteren Forst;
da naht grad der Förster, sein Name ist Horst.
Er nimmt sein Gewehr und legt hurtig an;
doch sein Dackel, der Frido, der pinkelt ihn an.

Ganz wütend schlägt der Mann nach dem Hund.
Doch der Köter ist fix
und bleibt kerngesund.
Weil er abhaut geschwind,
guckt der Horst nun ganz dumm.
Und sowas treibt sich im Stadtwald herum!

Gollum geht um

September 23, 2017 - Willi Magel
Grob ist der Bauer zu der Sau
wie auch der Chef zu seiner Frau.
Es hasst der Fischer die Heringe;
Frau Merkel hasst so manche Dinge.

Verdutzt schau in den Spiegel ich;
die Haare sind ganz fürchterlich.
Genau genommen bist Du blöde;
in Deinem Hirn sind Strecken öde!

Hasenjagd

September 22, 2017 - Willi Magel
Der Hase rennt dem Igel weg;
der Igel grummelt: so ein Dreck.
Die Hühner sind vor Schreck ganz steif.
Im Baume sind die Äpfel reif.

Malochen

September 19, 2017 - Willi Magel
Wer nutzlos durch die Gegend feiert,
mit Anderen nur durch Kneipen eiert;
sich laufen lässt und immer voll,
der find‘ das Leben meistens toll.

Doch wenn er dann mal kochen muss,
für 12 Personen zum Genuss,
dann weiß er, was malochen heißt;
wenn er sich in die Backen beißt.

20 Witze, die nur intelligente Menschen verstehen

August 29, 2015 - Willi Magel
1. Jean Paul Sartre sitzt in einem Café und überarbeitet "Sein und Nichts". Als die Kellnerin an seinen Tisch kommt, bestellt er "Einen Kaffee, aber ohne Sahne." Die Kellnerin antwortet: "Wir haben keine Sahne mehr. Darf es auch ein Kaffee ohne Milch sein?"

2. Was kommt raus, wenn man einen Witz mit einer rhetorischen Frage kreuzt?

3. Drei Logiker gehen in eine Bar. Der Barmann fragt sie: "Wollt ihr alle einen Drink?"

Sagt der erste: "Keine Ahnung."

Der Zweite: "Keine Ahnung."

Der Dritte: "Ja."

4. Ein Römer kommt in eine Bar und bestellt einen Martinus. Der Barmann fragt: "Martini, meinen Sie?" Sagt der Römer: "Wenn ich mehrere wollte, hätte ich sie bestellt."

5. Ein anderer Römer kommt in eine Bar, hält zwei Finger hoch und ruft: "Fünf Bier, bitte!"

6. Ein Programmierer wird von seiner Frau um Folgendes gebeten: "Geh bitte zum Laden und kaufe einen Laib Brot. Falls die Eier haben, bring ein Dutzend mit." Der Programmierer kommt zurück mit 12 Laibern Brot.

7. Pavlov sitzt in einer Bar und genießt ein Bier. Plötzlich schellt ein Telefon, er springt auf und ruft: "Mist, ich hab vergessen, den Hund zu füttern."

8. Einstein, Newton und Pascal spielen Verstecken. Einstein ist dran: Er hält sich die Augen zu und beginnt zu zählen. Pascal rennt ganz schnell weg, aber Newton malt mit Kreide ein quadratmetergroßes Rechteck auf den Boden und stellt sich hinein. Als Einstein die Augen öffnet, erblickt er Newton sofort und ruft: "Ich hab Newton gefunden." Doch Newton sagt: "Falsch, du hast nicht Newton gefunden, sondern Newton in Quadratmeter. Du hast Pascal gefunden."

9. Werner Heisenberg, Kurt Gödel und Noam Chomsky gehen in eine Bar. Heisenberg sagt: "Das muss ein Witz sein, aber wie kriegen wir raus, ob er witzig ist?" Gödel antwortet: "Wir sind Teil des Witzes. Wir kriegen es nie raus." Woraufhin Chomsky einwirft: "Klar ist der witzig. Du erzählst ihn nur falsch."

10. Zwei Atome laufen die Straße entlang. Plötzlich ruft das eine: "Ich glaube, ich habe gerade ein Neutron verloren!" Fragt das andere: "Bist Du sicher?" "Positiv."

11. Wen hasst Polyphemus mehr als Odysseus? Niemand!

12. Es gibt eine Band mit dem Namen MB1023. Sie hatten noch keine Gigs.

13. Wie viele Surrealisten braucht man, um einen Glühbirne einzuschrauben? Einen Fisch.

14. Heisenberg ist zu schnell auf der Autobahn unterwegs. Er wird von einem Polizisten angehalten und gefragt: "Wissen Sie, wie schnell Sie unterwegs waren?" "Nein, aber ich weiß, wo ich war."

15. Ist es solipsistisch hier, oder bin das nur ich?

16. Als ich gehört habe, dass Sauerstoff und Magnesium was miteinander haben, dachte ich nur: "OMg".

17. Was ist der Unterschied zwischen einem Etymologen und einem Entomologen? Der Etymologe kennt ihn.

18. Die Frau eines Logikers hat gerade ein Baby bekommen. Sie ruft: "Ist es ein Mädchen oder ein Junge?" Der Logiker: "Ja."

19. Es ist nicht einfach, Kleptomanen Wortspiele zu erklären. Sie nehmen einfach alles wortwörtlich.

20. Deine Mutter hat so wenig Klasse, sie könnte eine marxistische Utopie sein.


Dem Zeitgeist gemäß

August 26, 2015 - Willi Magel
"Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen: Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus. Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig. Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent. Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi."

Gerhard Bronner, bei der Gedenkfeier zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZ Gunskirchen, 7. Mai 2005

Abt. Diskurswerfen:

April 27, 2015 - Willi Magel
"wir haben ja immer wieder das Problem, uns die Unendlichkeit des Universums vorzustellen. Man denkt sich in diese endlose Weite hinein, kann einige große Entfernungen gedanklich zurücklegen, aber irgendwann ist ende für unsere Vorstellungskraft."

Das Universum hat eine endliche Größe - einen Durchmesser von ca. 46 Milliarden Lichtjahren. Aber diese schiere Größe ist absolut unvorstellbar, darin hast Du völlig recht. Oder, wie ein Astronom einmal sagte: es überschreitet unsere Vorstellungskraft, uns vorzustellen, um wie weit das Universum unsere Vorstellungskraft überschreitet.

Das ist tatsächlich ein Argument gegen Gott. Ich beschreibe das mit einer Analogie:

Wir erwachen in einem Raum in einem Haus, ohne zu wissen, wie wir dahin gekommen sind. In diesem Raum gibt es genügend Wasser, atembare Luft, genügend Lebensmittel, es ist nicht zu heiß, nicht zu kalt, nicht zu feucht, nicht zu trocken, nicht zu dunkel, nicht zu hell. Wir können also darin leben. Materialien, um den Raum nach unseren Vorstellungen zu gestalten ist auch da.

Unter diesen Bedingungen: Für wie groß muss man die Wahrscheinlichkeit halten, dass der Architekt dieses Hauses das Gebäude und den Raum darin extra für uns geschaffen hat?

Für sehr hoch. Der "Architekt" hat etwas geschaffen, was im Großen und Ganzen uns das Leben ermöglicht.

Aber nun nehmen wir mal an, wir entdecken, dass es weitere Räume im Haus gibt. Nur ist es extrem schwer, in diese zu gelangen, weil die Flure dahin absolut tödlich für uns sind. Und jeder dieser Räume wiederum ist so gestaltet, dass ein Wohnen darin für uns unmöglich ist: Manche Räume enthalten ein Vakuum, das uns innerhalb von 30 Sekunden töten würde. Andere sind hochgiftig, wieder andere würden uns sofort zu Asche verbrennen oder zu Eis gefrieren lassen. Einige enthalten eine Strahlung, die tödlich für uns ist. Und alle unsere Mittel reichen nur aus, die Räume in unmittelbarer Nähe zu betreten, wenn wir uns ausreichend schützen - aber das ist eine gefährliche Tour für wenige Menschen, die uns an den Rand unserer Fähigkeiten bringt.

Es gibt aber nicht nur ein paar tödliche Räume in diesem Haus, sondern es gibt Tausende und Abertausende davon.

Unter diesen Bedingungen: Für wie groß muss man die Wahrscheinlichkeit halten, dass der Architekt dieses Hauses das Gebäude und den Raum darin extra für uns geschaffen hat?

Für nahe NULL. Ein Hundefloh hat mehr Berechtigung, zu behaupten, der Hund sei nur für ihn geschaffen worden, als wir, dass dieses Haus irgendwie für uns gemacht worden ist.

Wenn der Architekt uns beeindrucken wollte - wieso ist das, was uns beeindruckt, dann absolut tödlich für uns, oder unerreichbar? Warum sind die meisten Räume vor uns versteckt? Um uns zu beeindrucken, da hätten auch ein paar Hundert Räume ausgereicht, die wir bestaunen können. Unter diesen Bedingungen würde kein vernünftiger Mensch mehr behaupten "Der Architekt hat das Haus nur alleine für uns geschaffen!".

Und nun die Analogie: Der Architekt ist Gott. Er hat - angeblich - ein Universum für uns geschaffen, bei dem die Analogie aber komplett versagt. Ein paar Tausend Räume können wir uns noch vorstellen, aber nicht die Aberbilliarden mal Aberbilliarden "Räume" im Universum.

Deswegen ist die Größe - und absolute Tödlichkeit und Unerreichbarkeit - ein Argument GEGEN Gott. Dieses Universum wurde ganz sicher nicht für uns geschaffen! Das kann man, anhand der Größe, mit einer Sicherheit ausschließen, gegen die alle anderen Sicherheiten sehr unsicher wirken. das Universum wurde auch nicht geschaffen, uns zu beeindrucken. Denn die Größe des Universums kennen wir erst seit kurzer Zeit. Unsere Vorfahren hatten noch genug Gründe, einen wohlwollenden Architekten anzunehmen - aber diese Gründe haben sich im absoluten Vakuum einer tödlichen Umgebung in Nichts aufgelöst.